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Placidahaus Xanten

Berufskolleg der Kath. Propsteigemeinde St. Viktor Xanten
Schule der Sekundarstufe II

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e-mail: Placidahaus-Xanten

Telefon: 02801 / 988 930-0

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 
icf

Forbildungsveranstaltung mit Gerhard Schriegel zum Thema:

"ICF - International Classification of Functioning, Disabilty and Health"

Ort: BKX Placidahaus

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Als Referenten konnten wir Gerhard Schriegel, Abteilungsleiter am Edith-Stein-Berufskolleg in Paderborn

und seine Kollegin Andrea Hinrichs gewinnen.

Im Seminar ging es um

  • die Herleitung und die Notwendigkeit der Anwendung der ICF aus dem BTHG, den WHO-Vorgaben und den Reha-Vorgaben der Sozialversicherungsträger,
  • die Philosophie der ICF und das „Bio-psycho-soziale Modell“, inklusive der Core-Set-Entwicklung in den Einrichtungen der Behindertenhilfe,
  • einen Einblick in die Theorie der Codierung sowie um
  • die daraus abgeleitete mögliche Teilhabeplanung gemäß BTHG.

Diese Veranstaltung wurde aus unserem Bildungsgang " Heilpädagogik" heraus organisiert und wurde primär von den Studierenden unserer gegenwärtigen HP-Klasse sowie etwa 15 HP-Studierenden des Berufskollegs Dinslaken besucht.

Weitere inhaltliche Infos finden Sie hier....

Was bedeutet "ICF"?
Die International Classification of Functioning, Disability and health (ICF) ist eine Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Stand Oktober 2005.

Die deutschsprachige Übersetzung lautet: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit.

Wozu dient die ICF?
"Die ICF dient fach- und länderübergreifend als einheitliche und standardisierte Sprache zur Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren eines Menschen. Mit der ICF können die bio-psycho-sozialen Aspekte von Krankheitsfolgen unter Berücksichtigung der Kontextfaktoren systematisch erfasst werden."
 http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icf/

Wie versteht die ICF Gesundheit und Krankheit?
"Die ICF ist ... nicht primär defizitorientiert, also weniger eine Klassifikation der 'Folgen von Krankheit'. Vielmehr klassifiziert sie 'Komponenten von Gesundheit': Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation (Teilhabe) sowie Umweltfaktoren.
Sie ist damit auch ressourcenorientiert und nimmt bezüglich der Ätiologie einen neutralen Blickwinkel ein. Die ICF kann daher auf alle Menschen bezogen werden, nicht nur auf Menschen mit Behinderungen. Sie ist universell anwendbar."
Weitere Infos unter: http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icf/

Im Kontext der schrittweisen Implementierung des neuen Bundesteilhabegesetzes (BTHG) und der sukzessiven Umsetzung von Inklusion auf allen gesellschaftlichen Ebenen wird die ICF schon heute (und zukünftig immer mehr) in den Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens, in denen es um Gesundheitsförderung im umfassenden Sinne geht, zur Definition/Beschreibung von Krankheit und Fördermaßnahmen sowie zur Beantragung und Abrechnung entsprechender Leistungen herangezogen (werden).

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Fachtagung am BKX mit Prof. em. Dr. Etta Wilken am 31.03. und 01.04. 2017 war ein voller Erfolg!

 

Im Mittelpunkt unserer Fachtagung standen die Kommunikationsmöglichkeiten von Kindern, deren Sprachentwicklung verlangsamt oder stark beeinträchtigt ist. Referentin Dr. Etta Wilken, emeritierte Professorin der Leibnitz Universität Hannover, hat in jahrelanger Forschungstätigkeit die Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK) entwickelt, eine Methode, die auch Kindern mit erheblichen Sprachentwicklungs-verzögerungen dabei helfen kann, sich mitzuteilen.

 

Kleine Nachlese zum Seminar zu Theorie und Praxis " Gebärden unterstützter Kommunikation" am Samstag, den 01.04.2017

Mit dem Thema „Gebärden-unterstützte Kommunikation (GuK) als (heil)pädagogische Methode zur Unterstützung der Sprachentwicklung“ beschäftigten sich am Samstag 41 TeilnehmerInnen - eine bunte Mischung von Fachleuten aus der Region Niederrhein, allesamt berufserfahren. HeilpädagogiInnen und ErzieherInnen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen, z.B. aus Kindertagesstätten, der ambulanten oder stationären Behindertenhilfe, aber auch aus Grundschulen waren dabei. Bemerkenswert war, dass teilweise gleich mehrere Teammitglieder aus einer Einrichtung gekommen waren. Der aktuelle Heilpädagogik-Kurs unseres Berufskollegs - die ursprüngliche Zielgruppe - war natürlich auch dabei.
Das vollgepackte Arbeitsprogramm umfasste theoretische Grundlagen, Vorstellung der Gebärdensysteme (mit dem Schwerpunkt GuK) und einen umfangreichen Praxisteil mit Videobetrachtungen und praktischen Übungen!

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Gute Fachkenntnisse der kindlichen Entwicklung seien wesentlich für zielgerichtete Förderung, wie die Referentin ausführte. „Habe ich Wissen über die Regelentwicklung, fällt es mir leichter, individuelle Besonderheiten zu erkennen und mich förderlich anzupassen.“ Anschaulich wurde dies an der Bewegungsentwicklung einzelner Kinder gezeigt. Beeinträchtigungen im Bereich von Sprache und Bewegung können sich schon sehr früh zeigen.

Nach der Theorie ging es praktisch 'zur Sache' : Die TeilnehmerInnen erprobten die 100 (!) Gebärden aus dem Grundwortschatz (GuK1) - und dies gelang spielerisch und mit viel Spaß!  Ergänzend wurde erarbeitet, wie GuK-Gebärden über Bilderbücher, bekannte Kinderreime oder  Sprechrituale in den Alltag von Familie und Kita integriert werden können. Dabei wird immer nur das bedeutungstragende Wort gebärdet und (im Text) bildlich markiert. Die gemeinsame Betrachtung eines Bilderbuches des GuK-Materials verdeutlichte die Methode. An dieser Stelle entstanden im Plenum viele Fragen zur praktischen Umsetzung von GuK in den beruflichen Arbeitskontexten von TeilnehmerInnen. Wie kann der Einstieg mit GuK gelingen? Wie fange ich konkret an? Benötige ich gleich das gesamte Arbeitsmaterial? Kann ich GuK auch mit Kindern ohne deutsche Sprachkenntnisse einsetzen – und was ist dabei zu beachten?

 

Es fand ein reger Austausch statt. Die Referentin beantwortete viele der auf die praktische Umsetzung gerichteten Fragen gekonnt mit Rückgriff auf den einleitenden Theorieteil über die vorsprachlichen Entwicklung. Es wurde deutlich, dass sich die notwendigen pädagogischen Anpassungen aus förderdiagnostischer Sicht ergeben und begründen.

Eins haben alle gelernt, nämlich dass Unterstützte Kommunikation grundsätzlich in der natürlichen Kommunikationssituation ansetzen muss und es dafür zunächst kein besonderes Material braucht. „Das Kind muss unmittelbar Selbstwirksamkeit erfahren“, so die Referentin, darin liege die Rolle der sprechenden Bezugspersonen.

"Sie müssen aufmerksam für die kommunikativen Signale der Kinder sein und zuverlässig Responsivität (Antwortbereitschaft) zeigen." Eltern verhalten sich meist intuitiv richtig, indem sie die kindlichen Signale so deuten wie sprachliche Mitteilungen. Damit wird die Grundlage für Sprachverständnis und die Fähigkeit des Mitteilens gelegt.
Und wieso dann eigentlich noch die GuK-Gebärden? Es reicht doch, wenn die Eltern wissen, was das Kind will, könnte man sagen. Bei dieser Sichtweise liegt der Fokus zu sehr auf dem bloßen Verstehen-Wollen der Eltern; für aktiven Spracherwerb wird mehr benötigt. Die Gebärde ist der symbolische Platzhalter für das Wort, das (noch) nicht gesprochen werden kann. Sie macht es dem Kind möglich, sich früher, differenzierter und eigenständig auszudrücken –  so entsteht eine Basis für aktives Sprechhandeln und Befähigung zum Dialog:  "Wir verstehen uns, weil wir gemeinsam Gebärden beim Sprechen nutzen."

Es wird deutlich, dass GuK ohne gezielte Unterstützung durch die soziale und sprechende Umgebung nicht geht. Es werden immer einfühlsame Gesprächspartner benötigt!

Da die meisten  GuK-Gebärden ein ganzes Begriffsfeld repräsentieren, tragen Empathie und das „sich Hineinversetzen“ in den Gesprächspartner entscheidend zum Gelingen der Kommunikation bei. So wird z.B. die Gebärde für „Schlafen“ auch für 'Bett', 'müde' oder 'langweilig' verwendet. Bedeutung und Verstehen ergeben sich jeweils aus dem Kontext und gemeinsamen Erfahrungen. Beispiel: Ein Mädchen sitzt am Tisch, es hat gerade ein Spiel zur Seite geschoben und macht nun die Gebärde für „Schlafen“. Die Mutter fragt, „Bist Du müde?" Das Mädchen schüttelt den Kopf und wiederholt die Gebärde. Mutter: „Ah, Dir ist langweilig. Was willst Du denn?"  Das Mädchen macht wiederholt die Gebärde für „Elch“ und guckt die Mutter herausfordernd an. Mutter: „Ah, Du willst zu Ikea in das Bällebad!“

 

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Der Ausklang des informativen Seminartages am Samstag bestand aus einer gemeinsamen  Wiederholungsrunde der erlernten Gebärden. Angepasst an den wunderbaren Frühlingstag wurden die TeilnehmerInnen  schließlich mit passenden Begriffsfeldern wie z.B. Frühling, Sonne, Blume, Gras, Farben ...  praxisnah und mit vielen neuen Eindrücken entlassen.
Viele TeilnehmerInnen haben vor, die neuen Impulse am Arbeitsplatz einzubringen und machten schon Pläne. Geschätzt wurde auch der kollegiale Austausch: „Für mich war heute besonders wichtig, dass ich mich zu diesem Thema mit FachkollegInnen austauschen konnte, auch mal über fachliche Probleme sprechen konnte. Diese Gelegenheit habe ich an meinem Arbeitsplatz nicht“, so eine der Teilnehmerin.

 

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In den lebhaften Gesprächen zwischendurch und am Schluss wurde viel Lob über diese intensive Arbeit geäußert. Die Organisatoren der Veranstaltung, Michael Heiming und Maria Spreen-Rauscher, sehen die Weiterbildung als großen Erfolg an. Das ausgesprochen positive Echo und die zahlreiche Teilnahme von AbsolventInnen unserer Schule hat gezeigt, dass Weiterbildungen im Bereich der Heil- und Sozialpädagogik nachgefragt sind und die Schule als Fachforum auch über die Ausbildungszeit hinaus Anerkennung findet.

Autorin: Maria Spreen-Rauscher
Bilder: Michael Heiming und Maria Spreen-Rauscher

Hier geht´s zum Material-Download im pdf-Format!

 
 
Der Bildungsgang fachschule für
Sozialwesen / Fachrichtung Heilpädagogik
Die Fachschule für Heilpädagogik wird vorwiegend von staatlich anerkannten Erzieherinnen/Erziehern besucht, die über mindestens ein Jahr Praxiserfahrung verfügen und später in integrativen oder heilpädagogischen Einrichtungen arbeiten möchten.
Aber auch andere Berufsausbildungen und -tätigkeiten in den Bereichen Sozial- und Gesundheitswesen ermöglichen den Besuch der Fachschule für Sozial- und Gesundheitswesen Fachrichtung Heilpädagogik.
 
Heilpädagogik-Ausbildung am Puls der Zeit

Der rasche gesellschaftliche Wandel, in den letzten Jahren vor allem die im Rahmen der europäischen Harmonisierungsbemühungen (Bologna-Prozess) entstandene Dynamik erfordert eine fortlaufende Abgleichung unserer Ausbildungsinhalte und -schwerpunkte mit den aktuellen Entwicklungen im sozial- und heilpädagogischen Arbeitsfeld – und zwar auf vielen Ebenen. Vor allem deshalb ist die Heilpädagogik-Ausbildung am Placidahaus in einschlägige, überregionale Verbände, Institutionen und Arbeitskreise eingebunden. Hier sind wir Mitglied und arbeiten mit:

  • Berufsverband der Heilpädagogen (bhp)

Mindestens eine Kollegin oder ein Kollege nimmt an der Jahrestagung des bhp teil und berichtet dem Kollegium über neue Erkenntnisse und Entwicklungen im Berufsfeld und in der Ausbildung. Die jeweils mehrtägigen Jahreskongresse werden i.d.R. von etwa 500 HeilpädagogInnen sowie von DozentInnen der Heilpädagogik aus Deutschland und den europäischen Nachbarländern besucht.


  • Ständige Konferenz von Ausbildungsstätten für Heilpädagogik in der Bundesrepublik Deutschland

Diese vertritt deutschlandweit die verbandspolitischen Interessen der derzeit etwa 50 Mitgliedsschulen und hält einmal jährlich ihre mehrtägige Mitgliederversammlung in Mainz ab. Schulen werden auf Antrag und nach einer Vorstellung in der Mitgliederversammlung per Mehrheitsbeschluss aufgenommen. Neben der Verbandspolitik geht es um die Wahrnehmung der europäischen Entwicklungen im Bildungs- und Berufssektor sowie um die Qualitätsentwicklung der Heilpädagogik-Ausbildung. In den vergangenen Jahren wurde ein Kompetenzprofil (2007) der Ausbildungsstätten sowie die Broschüre Staatlich anerkannte Heilpädagogen - Ausbildung mit Mehr-Wert (2009) konzipiert. In der letztgenannten Schrift wurde die sich abzeichnende Einstufung der HP-AbsolventInnen im DQR Stufe 6 antizipiert und hinsichtlich des Qualitätsniveaus der von den Mitgliedsschulen in der Ausbildung vermittelten Kompetenzen abzubilden versucht.
Vorstand sowie Fachbeirat treffen sich zusätzlich zur Mitgliederversammlung mindestens einmal im Jahr zu einer ganztägigen Arbeitssitzung.
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  • Landesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen für Heilpädagogik in NRW
In den zweimal jährlich stattfindenden Arbeitssitzungen der LAG geht es zunächst einmal um einen regelmäßigen Austausch über Inhalte und Formen der Ausbildung zur Heilpädagogin und um die gemeinsame Evaluation der Arbeit der Fachschulen für Heilpädagogik im Land NRW. Dieser fachliche Diskurs im Rahmen der LAG-Sitzungen bewirkt langfristig eine gewisse Standardisierung der Arbeit und befördert Qualitätssicherung und -entwicklung.
Der Vorstand der LAG pflegt durch regelmäßige Gespräche mit Mitarbeitern des Schulministeriums den gegenseitigen Austausch mit der Ministerialebene. Es werden Ergebnisse der gemeinsamen Evaluation besprochen und Anfragen zu relevanten Problemen oder Themen gestellt. Dort, wo es notwendig erscheint, versucht man auch Einfluss auf einzelne Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsordnung sowie der Curricula zu nehmen.
Einen weiteren Aufgabenbereich sieht die LAG in der Wahrnehmung aktueller Trends und Entwicklungen im Berufsfeld sowie in der Bewertung der Folgen dieser Veränderungen für die Ausbildung. Hierzu werden häufig externe Fachleute als Referenten eingeladen.
Im Rahmen der LAG kommt es bei Bedarf auch zu Regionaltreffen von Schulen mit Heilpädagogik-Ausbildung, an denen neben unserem Berufskolleg Berufskollegs aus Geldern, Dinslaken, Duisburg und Kleve teilnehmen.
  • Pädagogischer Beirat heilpädagogische Praxis
Dieses Gremium trifft sich zweimal im Jahr mit Vertretern der Heilpädagogischen Praxis zu einem Austausch über die gegenseitigen Wahrnehmungen, Bedürfnisse und Entwicklungstendenzen, letztlich mit dem Ziel der Verbesserung der Kooperation in der Ausbildung. An diesem Beirat nehmen von schulischer Seite die oben bereits genannten niederrheinischen Berufskollegs teil. Seitens der Praxis nehmen sowohl Fachberater/-innen regional vertretener Spitzenverbände als auch Leiter/-innen langjährig mit den Schulen kooperierender heilpädagogischer Einrichtungen teil.