Der Bildungsgang Fachschule für Heilpädagogik

Die Ausbildung zur Heilpädagogin / zum Heilpädagogen ermöglicht Ihnen eine spezifische Erweiterung, Ergänzung und Vertiefung der
Qualifikationen, die Sie durch Ihre bisherige(n) Ausbildung(en) und Berufserfahrungen bereits erworben haben.
Ausbildungsziel ist der Aufbau einer grundlegenden heilpädagogischen Kompetenz: Sie sind dann in besonderer Weise dazu befähigt,
entwicklungsverzögerte oder behinderte Kinder, aber auch erwachsene und alte Menschen mit ganz unterschiedlichen geistigen,
körperlichen oder/und psychischen Problemen zu fördern und zu unterstützen, damit Beeinträchtigungen so weit wie möglich verhindert,
abgebaut oder kompensiert werden können und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden kann.

Aufnahmevoraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss
  • Erstberuf als staatlich anerkannte/r Erzieher/in, Heilerziehungspfleger/in oder vergleichbare
    Qualifikationen mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung (nach dem Berufspraktikum)

Umfang und Organisation der Ausbildung

Die Ausbildung findet in Teilzeitform statt und dauert insgesamt 2 Jahre.
Der Unterricht verteilt sich auf zwei Abende in der Woche
sowie auf Samstagvormittag (letzteres i. d. R. 14-tägig).

Inhalte und Methoden

Fächerübergreifender Bereich
Deutsch/Kommunikation
Englisch
Politik/Gesellschaftslehre
Medizinische Grundlagen
(Auch in den Fächern dieses Lernbereichs werden berufsrelevante Inhalte
vermittelt)


Fachrichtungsbezogener Lernbereich:

THEORETISCHER GRUNDLAGEN DER HEILPÄDAGOGIK
• Allgemeine und differenzielle Heilpädagogik und
ihre Didaktik/Methodik
• Psychologie
• Soziologie
THEOLOGISCHE / ANTHROPOLOGISCHE / ETHISCHE GRUNDLAGEN


METHODEN DER HEILPÄDAGOGIK
Psychotherapeutisch orientierte Verfahren
(bei uns: Psychologische Methoden)
Körperorientierte Verfahren (bei uns Sprachheilpädagogik)
Bewegungsorientierte Verfahren (bei uns: Motopädagogik)
Beratungsverfahren (bei uns: systemische Beratung)
Musisch-kreative Verfahren (bei uns: Elementares Musizieren)
Praxis mit schulischer Begleitung
Projektarbeit
Differenzierungsbereich

Abschlussprüfungen

Die Ausbildung wird mit zwei schriftlichen, fächerübergreifenden Prüfungsarbeiten von je 180 Minuten
Dauer abgeschlossen.
Zusätzlich findet ein Kolloquium statt, in dem didaktisch-methodische Ansätze heilpädagogischen Handelns geprüft werden.
Eine mündliche Prüfung findet nur auf Antrag der/des Studierenden statt.

Abschluss

  • Staatlich anerkannte Heilpädagogin /
    staatlich anerkannter Heilpädagoge.

Ihre Chancen und mögliche Einsatzfelder

Durch den Erwerb der spezifischen Fachkenntnisse sowie von Personal- und Sozialkompetenz gewinnen Sie Professionalität hinzu und verbessern Ihre
Position am Arbeitsmarkt,
• weil heilpädagogische Kompetenzen zunehmend gebraucht und nachgefragt werden;
• weil die Tendenz zur Professionalisierung (auch) im Sozial- u. Gesundheitswesen ungebrochen ist;
• weil Sie die Bereitschaft und Fähigkeit zur Weiterbildung nachweisen.

Integrativeinrichtungen aller Art, z.B. integrative Kindertagesstätten, Frühförderstellen, Sondereinrichtungen für Behinderte wie z.B.
Förderschulen oder Einrichtungen zur Integrationshilfe, Wohnheime für Behinderte, Altenheime. Im Rahmen der Umsetzung Inklusiver Pädagogik werden sich die Einsatzfelder für Heilpädagogen/innen dynamisch entwickeln und verändern

 

Anmeldung und Information

Voraussetzung für die Anmeldung ist ein persönliches Beratungsgespräch, zu dem Sie bitte die erforderlichen Unterlagen (siehe rechts) mitbringen. Alle Fragen zum Erwerb der Fachoberschulreife und zur Ausbildung können hier umfassend beantwortet werden.
Bei Interesse vereinbaren Sie bitte einen Gesprächstermin unter der Telefonnummer 02801 / 988 930-0.

Ihre Ansprechpartner

  • Herr Heiming (Bildungsgangleiter)

Anmeldung

Voraussetzung für die Anmeldung ist ein persönliches Bewerbungsgespräch mit dem Bildungsgangleiter Herrn Heiming.

Bitte lassen Sie sich im Sekretariat (02801 / 988 930-0) einen Termin geben.

 

Checkliste

Bei der Anmeldung werden benötigt:

  • Letztes Zeugnis (in Kopie)
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Lichtbild
  • Geburtsurkunde
  • Nachweis der Masernimpfung

Verkürzte Ausbildung Heilpädagogik - Schulversuch

In NRW gibt es für Erzieher*innen und Heilerziehungspfleger*innen im Rahmen eines Schulversuches mit Beginn des Schuljahres 2019/20 die Möglichkeit, eine verkürzte Heilpädagogik-Ausbildung zu absolvieren. Die Verkürzung umfasst 600 Unterrichtstunden und eröffnet so den Berufskollegs die Möglichkeit, z.B. die Ausbildung in der Teilzeitform über zwei Jahre (statt bisher drei) anzubieten, ohne dafür das Stundenvolumen pro Jahr erhöhen zu müssen.


Von dieser Möglichkeit machen wir ab dem nächsten Schuljahr, also ab August 2020 Gebrauch und werden mit einem neuen, zweijährigen Ausbildungskurs starten.
Der bisherige Lehrplan gilt unverändert fort, es gelten also dieselben Lernfelder mit den in ihnen beschriebenen Kompetenzen sowie dieselben Unterrichtsfächer wie bisher. Die notwendige Anpassung des Lehrplans an die verkürzte Ausbildungsdauer wird von den Bildungsgangkonferenzen der Schulen vorgenommen. Kürzungen und Komprimierungen werden vor allem in Bereichen vorgenommen, die durch die kompetenzorientierten Lehrpläne der FSP und HEP seit 2014 bzw. 2015 zu großen Teilen schon abgedeckt sind. Trotzdem ist es selbstverständlich so, dass beispielsweise Erzieher*innen, die ihre Ausbildung bereits vor 2014 absolviert haben, ebenfalls die verkürzte HP-Ausbildung machen können. Dies ist nicht nur rechtlich geboten, sondern auch deshalb richtig und angemessen, weil Berufserfahrung in aller Regel erheblichen Kompetenzzuwachs mit sich bringt.


Hier ein Überblick über die Lernbereiche und Fächer:
Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

  • Deutsch-Kommunikation
  • Englisch
  • Politik/Gesellschaftslehre (u.a. Recht)
  • Medizinische Grundlagen

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

  • Theoretische Grundlagen der Heilpädagogik und ihre Didaktik/Methodik (Allgemeine Heilpädagogik, Differentielle Heilpädagogik, Psychologie, Soziologie)
  • Theologisch/anthropologische/ethische Grundlagen der Heilpädagogik

Methoden der Heilpädagogik

  • musisch-kreative Verfahren
  • bewegungsorientierte Verfahren
  • Beratungsverfahren
  • psychotherapeutisch orientierte Verfahren
  • Körperorientierte Verfahren

Weiter Fächer mit starkem Methodenbezug:

  • Projektarbeit
  • Heilpädagogische Praxis mit schulischer Begleitung                             (integriert in die Berufstätigkeit)

"Mehrwert" der Ausbildung zur Heilpädagogin / zum Heilpädagogen

Erlangung/Entwicklung oder Erweiterung heilpädagogisch relevanten Wissens und heilpädagogischer Kompetenzen in allen Lernfeldern/Fächern

Ausbau, Vertiefung, und heilpädagogische Spezifizierung des jeweils vorhandenen Wissens- und Kompetenzprofils durch Reflexion von Praxiserfahrungen und viele praktische Anteile in den Methodenfächern, umfangreiche schulische Praxisbegleitung und das Fach „Projektarbeit“; Allgemeiner Kompetenzzuwachs z.B. im Umgang mit sogenannten ‚schwierigen‘ oder verhaltensauffälligen Kindern

Erweiterung der Arbeitsmöglichkeiten und -felder:
Integrative bzw. inklusive Kitas; Frühförderung, u.a. in Frühförderstellen oder heilpädagogischen Praxen (Selbstständigkeit unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich); Heilpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen in weiteren Arbeitsfeldern/Institutionen, zukünftig wahrscheinlich zunehmend auch in Schulen ….

Möglichkeit tariflicher Höherstufung als Heilpädagogische Fachkraft Grundsätzlichmöglich gemäß Tarifvertrag SuE und daran angepasste Tarifverträge Freier Träger: EG 9

Aufstiegschancen:
z. B. Fachkraft für Inklusion in einer Einrichtung oder für mehrere Einrichtungen eines Trägers; Einrichtungsleitung….