Der Bildungsgang Fachschule für Heilpädagogik

Die Ausbildung zur Heilpädagogin / zum Heilpädagogen ermöglicht Ihnen eine spezifische Erweiterung, Ergänzung und Vertiefung der Qualifikationen, die Sie durch Ihre bisherige(n) Ausbildung(en) und Berufserfahrungen bereits erworben haben.

Ausbildungsziel ist der Aufbau einer grundlegenden heilpädagogischen Kompetenz: Sie sind dann in besonderer Weise dazu befähigt, Kinder mit Entwicklungsverzögerung oder Behinderung, aber auch erwachsene und alte Menschen mit ganz unterschiedlichen geistigen, körperlichen oder/und psychischen Problemen zu fördern und zu unterstützen, damit Beeinträchtigungen so weit wie möglich verhindert, abgebaut oder kompensiert werden können und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden kann.

Verkürzte Ausbildung Heilpädagogik - Schulversuch

In NRW gibt es für Erzieherinnen und Erzieher sowie Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger im Rahmen eines Schulversuches mit Beginn des Schuljahres 2019/20 die Möglichkeit, eine verkürzte Heilpädagogik-Ausbildung zu absolvieren. Die Verkürzung umfasst 600 Unterrichtstunden und eröffnet so den Berufskollegs die Möglichkeit, z.B. die Ausbildung in der Teilzeitform über zwei Jahre (statt bisher drei) anzubieten, ohne dafür das Stundenvolumen pro Jahr erhöhen zu müssen.

Auch wir haben diese Form an unserer Schule angeboten und wollen diese auch weiter anbieten. Dieser Schulversuch endet allerdings mit der Aufnahme zum Schuljahr 2023/24. Die Kultusministerkonferenz entscheidet danach, ob und ggf. wie diese Verkürzung weitergeführt werden kann. Von dieser Entscheidung hängt ab, welche Form (zwei oder drei Jahre) und zu welchem Zeitpunkt wir einen neuen Ausbildungsgang FS-Heilpädagogikanbieten können. - Der früheste Zeitpunkt wäre zum Schuljahr 2024/25. - Sie können sich dafür schon jetzt vormerken lassen!

Aufnahmevoraussetzungen

  • verkürzte Ausbildung: Teilzeit, zwei Jahre

  • Erstberuf als staatlich anerkannte Erzieherin bzw. Erzieher, Heilerziehungspflegerin bzw. Heilerziehungspfleger und
  • Berufstätigkeit im Ausbildungsberuf von mindestens einem Jahr, die auch während der Fachschulausbildung abgeleistet werden kann.
  • Teilzeit, drei Jahre:

  • Abgeschlossene Fachschulausbildung im Fachbereich Sozialwesen oder eine als gleichwertig anerkannte Qualifikation
  • Nachweis über eine mindestens einjährige einschlägige hauptberufliche Tätigkeit in sozial- oder heilpädagogischen Einrichtungen.

Umfang und Organisation der Ausbildung

Die Ausbildung findet in Teilzeitform statt.

Die Unterrichtszeiten sind i.d.R. Montag- und Donnerstagsabend (18.00 Uhr – 21.15 Uhr) sowie vierzehntägig samstags (8.00 Uhr – 14.00 Uhr).

Inhalte und Methoden

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

  • Deutsch/Kommunikation
  • Englisch
  • Politik/Gesellschaftslehre (u.a. Recht)
  • Medizinische Grundlagen

 

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

  • Theoretische Grundlagen der Heilpädagogik und ihre Didaktik/Methodik (Allgemeine Heilpädagogik, Differentielle Heilpädagogik, Psychologie, Soziologie)
  • Theologisch/anthropologische/ethische Grundlagen der Heilpädagogik
     

Methoden der Heilpädagogik

  • bewegungsorientierte Verfahren (Psychomotorik)
  • Beratungsverfahren (v.a. systemische Beratung)
  • psychotherapeutisch orientierte Verfahren
  • Körperorientierte Verfahren (Sprachheilpädagogik)
  • Projektarbeit
  • Heilpädagogische Praxis mit schulischer Begleitung (integriert in die Berufstätigkeit).

Abschlussprüfungen

Die Abschlussprüfung besteht aus zwei fächerübergreifenden Prüfungsarbeiten und einem Kolloquium.

Abschluss

  • Staatlich anerkannte Heilpädagogin /staatlich anerkannter Heilpädagoge

    Bachelor Professional Sozialwesen.

    Der Berufsabschluss entspricht nach dem deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) der Stufe 6.

Ihre Chancen und mögliche Einsatzfelder

Durch den Erwerb der spezifischen Fachkenntnisse sowie von Personal- und Sozialkompetenz gewinnen Sie Professionalität hinzu und verbessern Ihre Position am Arbeitsmarkt,

• weil heilpädagogische Kompetenzen zunehmend gebraucht und nachgefragt werden;
• weil die Tendenz zur Professionalisierung (auch) im Sozial- u. Gesundheitswesen ungebrochen ist;
• weil Sie die Bereitschaft und Fähigkeit zur Weiterbildung nachweisen.

Integrativeinrichtungen aller Art, z.B. integrative bzw. inklusive Kindertagesstätten, Frühförderstellen, Einrichtungen für Menschen mit besonderen Förderbedarf oder Behinderung wie z.B. Schulen oder Einrichtungen zur Integrationshilfe, Wohnheime für Menschen mit Behinderung, Altenheime sowie heilpädagogische Wohngruppen der stationären Jugendhilfe. Im Rahmen der Umsetzung Inklusiver Pädagogik werden sich die Einsatzfelder für Heilpädagoginnen und Heilpädagogen dynamisch entwickeln und verändern.

 

Anmeldung und Information

Voraussetzung für die Anmeldung ist ein persönliches Beratungsgespräch, zu dem Sie bitte die erforderlichen Unterlagen (siehe rechts) mitbringen. Alle Fragen zum Erwerb der Fachoberschulreife und zur Ausbildung können hier umfassend beantwortet werden.
Bei Interesse vereinbaren Sie bitte einen Gesprächstermin unter der Telefonnummer 02801 / 988 930-0.

Ihre Ansprechpartnerin

  • Frau Gardemann (Bildungsgangleiterin)

Anmeldung

Voraussetzung für die Anmeldung ist ein persönliches Bewerbungsgespräch mit der Bildungsgangleiterin Frau Gardemann.

Bitte lassen Sie sich im Sekretariat (02801 / 988 930-0) einen Termin geben.

 

Checkliste

Bei der Anmeldung werden benötigt:

  • Letztes Zeugnis (in Kopie)
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Lichtbild
  • Geburtsurkunde
  • Nachweis der Masernimpfung

"Mehrwert" der Ausbildung zur Heilpädagogin / zum Heilpädagogen

Entwicklung einer heilpädagogischen Haltung und Erweiterung und Vertiefung des Wissens und der Kompetenzen im spezifisch heilpädagogischen Bereich

Ausbau, Vertiefung des vorhandenen Wissens- und Kompetenzprofils insbesondere durch Reflexion von Praxiserfahrungen und viele praktische Anteile in den Methodenfächern, umfangreiche schulische Praxisbegleitung und das Fach „Projektarbeit“; allgemeiner Kompetenzzuwachs z.B. im Umgang mit sogenannten ‚schwierigen‘ oder verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen.

Erweiterung der Arbeitsmöglichkeiten und -felder:

Integrative bzw. inklusive Kitas; Frühförderung, u.a. in Frühförderstellen oder heilpädagogischen Praxen (Selbstständigkeit unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich); Heilpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen in weiteren Arbeitsfeldern/Institutionen (z.B. Wohngruppen, Werkstätten), zukünftig wahrscheinlich zunehmend auch in Schulen …

Möglichkeit tariflicher Höherstufung als Heilpädagogische Fachkraft

Grundsätzlich möglich gemäß TVöD SuE (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst Sozial- und Erziehungsdienst) und daran angepasste Tarifverträge Freier Träger: EG 9.

Aufstiegschancen:

Fachkraft für Inklusion in einer Einrichtung oder für mehrere Einrichtungen eines Trägers; Einrichtungsleitung u.a.